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Inspirationen

Bergsee

Wenn du das hervorbringst, was in dir ist, wird das, was in dir ist, deine Rettung sein. Wenn du das, was in dir ist, nicht hervorbringst, wird das, was in dir ist, dich vernichten.

Gnostische Evangelien zitiert nach Peter A. Levine, Trauma-Heilung. Essen: SYNTHESIS Verlag, 1998.
 

Heilen bedeutet ... 
Eine lebenslange Reise zur Ganzheit.
Ein Sich-Erinnern an das, was über die Verbindung, die Einheit und die wechselseitige Abhängigkeit zwischen allen lebendigen und unbelebten Dingen vergessen wurde.
Eine Umarmung dessen, was am meisten gefürchtet wird.
Ein Öffnen dessen, was sich bis zur Behinderung und zum Hemmnis verhärtet hat.
Ein Eintreten in das transzendente, zeitlose Moment, in dem das Göttliche erfahren wird.
Kreativität und Leidenschaftlichkeit und Liebe.
Das Streben nach Selbst-Erkenntnis und Selbst-Ausdruck in seiner ganzen Fülle, 
seinen Licht- und Schattenseiten, seinen männlichen und weiblichen Aspekten.
Zu lernen, dem Leben zu vertrauen.

(Quelle unbekannt)
 

Der Palmbaum
ein afrikanisches Märchen

Es war einmal ein «böser» Mann, namens Ben Sadok. Seine verschattete Seele war nicht imstande, sich an guten und freundlichen Dingen zu erfreuen. Sein Denken, Fühlen und Tun bewegte sich in solch finsteren Gefilden, dass ihm alles Schöne und Gesunde unerträglich erschien. Die einzige Freude fand er darin, es zu verderben.

Eines Tages ging er durch eine Oase, als sein böser Blick auf einen schlanken Palmbaum fiel. Dieser war noch jung und mitten im schönsten Wachsen begriffen. Fröhlich fächerte er seine Blätter im Wind und freute sich seines Daseins. Da nahm Ben Sadok einen schweren Stein und legte ihn der jungen Palme mitten in die zarte Krone.

Daraufhin ging er mit einem hässlichen Lachen davon. Der Palmbaum stand zuerst wie im Schock. Dann schüttelte er sich, beugte sich nach allen Seiten, um die schwere Last abzustreifen, doch vergebens. Der Stein war fest in seine Krone gepresst. Da wurde die junge Palme still und in sich gekehrt.

Einige Tage und Nächte fühlte sie sich wie im Traum. Langsam begann sie ihre Kräfte zu sammeln. Tief senkte sie ihre Wurzeln in den Boden und stemmte ihre Krone dem Himmel entgegen, um ihr Gleichgewicht zu halten. Auf diese Weise erreichten ihre Wurzeln verborgene Wasser im Innern der Erde, die sie stärkten. Durch das Licht der Sonne nahm ihre Kraft zu und sie wurde zu einem wahrhaft königlichen Baum.

Nach Jahren kam Ben Sadok zurück, um sich an seinem Werk zu erfreuen. Er stellte sich das verkrüppelte Gewächs vor und lachte in sich hinein. Vergeblich suchte er die ganze Oase ab nach einem verdorbenen Baum. Da senkte die schöne Palme ihre Krone, zeigte ihm den Stein in ihrem Herzen und sagte sanft: «Sei bedankt, Ben Sadok, deine Last hat mich stark gemacht.»